2. Grossenbroder Drachentage / April 2016

Es fing sooo furchtbar an.

Lange Wochen schon drauf gefreut, und dann drohte eine Lkw-Panne am Freitag meine Teilnahme zu verhindern. Wie eigentlich immer, wenn man was vorhat ...

Doch mit Günthers Hilfe, etwas Organisationstalent, einem kulanten Chef und enorm viel Glück, stand ich dann doch Samstag Mittag am Strand von Großenbrode.

Und diesmal hatten wir sogar schönes Wetter, als ich ankam. Strahlend blauer Himmel und schon viele schöne Drachen am Himmel - da blieben auch die Besucher nicht aus...

Leider kam der Wind, zumindest für uns Drachenflieger, aus der falschen Richtung. Seewärts, direkt vom Land kommend, mußte er sich durch viele Bodenhindernisse kämpfen, um dann am Strand ruppig und abgehackt anzukommen.  Schwierig, aber machbar...

Und dabei hatten gerade wir Fischköppe heute was vor. Die vor wenigen Tagen auf dem Workshop entstandenen Sorgenfresser sollten zum fliegen gebracht und die Waagen eingestellt werden. Dazu wünscht man sich natürlich gleichmäßigeren Wind. Also aufgeben und verschieben? Nicht mit 'Dirk van der Waage'. Unermüdlich und nicht nachlassend in seinem Eifer knüpperte er hier und knüpfte er da. Und am Ende des Tages sind alle Sorgenfresser geflogen! Gut, bei Jürgen und mir fehlen noch einige Schnüre an den Ohren, aber das sind Kinkerlitzchen zu dem, was Dirk hier und heute leistete! Danke dafür mein Bester!

Aber zurück zur Allgemeinheit.

Die Drachenflieger machten ihre Taschen etwas weiter auf, als bei unserem ersten, vernieselten, Besuch im Herbst. Viele schöne Drachen, stablos oder mit Stäbchen, gabs zu sehen. Erwähnt seinen da der Schmetterling von Ilona, der Perfado von Helmut, natürlich der Adler aus Linneproduktion, Kai-Uwes Spirit, und, und, und. Auch am Boden gabs einiges zu kucken. Farbenfroh leuchtende Banner, Laternen drehten sich in Massen, das Dixi von Günther zog wieder Besucher an, die ihr Bedürfniss dann doch woanders verrichten mußten, und, und, und. Es war einfach ein schöner Anblick an diesem sonnigen Drachentag.

Ich beteiligte mich mit Langschwanzdelta und Babyfauchi am bunten Treiben. Direkt vor der Wasserkante positioniert (ja so ist das, wenn man später kommt...), war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann beide wassern würden. Was sie dann auch taten. Jetzt zeigte sich die hervorragende Materialwahl des Fauchi. Hätte der Wind den Lufteintritt nicht zum Wassereintritt gemacht, er wäre noch ewig weitergeschwommen. (Raus wollte das Wasser auch NUR durch den Reißverschluss...)

Wie mir ging es vielen Drachenfreunden, und die meisten konnten ihre Schätze auch an der Schnur bergen, aber mach einem half nur ein Boot. Danke hier an Vivien und Marcus, die ihr Angelboot zur Verfügung stellten. Nicht bei jedem hats geklappt, aber ohne euch wären wohl noch mehr traurig gewesen. Danke!

Ein wirklich schöner, erster Drachentag, den wir dann Abends beim gemeinsamen Essen und in abendlicher Klönrunde im DLRG-Heim ausklingen ließen.

Der nächste Morgen begrüßte uns trocken, aber mit bedrohlichen Wolkenformationen am Himmel. Eisig kalt war es, als die meisten zum Frühstück gingen. Auf dem Weg begegnetet ihnen ein Auto, was von Fehmarn rüberkam. Vom Lack war nicht so viel zu sehen, da es über und über mit Schnee bedeckt war. Na, das konnte ja was werden ...

Rainer, Dirk und ich zogen zum Strand und mit Delta, Fledermaus und Schleierdelta flogen wir unter den dunklen Wolken unsere Drachen. Das ging aber nicht lange gut, der Wind war mal richtig stark, mal gar nicht vorhanden. Miese Bedingungen, denen meine Fledermaus dann auch zum Opfer fiel. Lenin ging baden... Kaum gerettet und wieder in die Luft geschickt, öffnete sich der Himmel und die Wolken entließen einen Graupelschauer, der die Landschaft und uns in sehr kurzer Zeit sehr winterlich aussehen ließ. Erstmal nen trockenen Fleck gesucht zum unterstellen, kann ja nicht ewig weiterschütten... Nach ner Weile gab es sich dann auch, nur war der Wind gleich mal mit eingeschlafen. Mit dem eilig herbeigeholten Havli brauchte ich zwei Anläufe, um ihn in die Luft zu kriegen. Als das aber gelang, schlossen sich gleich mehrere Drachenfreunde an und so waren doch einige Drachen am Himmel, als es wieder losging. Begleitet von Stromstößen in Schnur und Spule, kam die nächste Wolkenwand auf uns zu. Jetzt graupelte es richtig. Die nach und nach eingeholten Drachen hatten einen eisigen Überzug bekommen und transportierten eine graupelige Fracht auf ihrem Rücken...

Nachdem Schuhe und Jacke bei mir durch waren, und es in der Kälte nur noch ungemütlich war, zogen sich die Fischköppe geschlossen aus Großenbrode zurück.

Natürlich, toll wie wir sind, nahmen wir auch das Wetter mit, so daß die anderen Drachenflieger nach unserem Abgang noch einige schöne Sonnenstunden am Strand verbringen durften. Auch die Besucher kehrten wieder zurück und so kann das Wochenende für die Organisatoren nur als voller Erfolg gewertet werden.

Trotz allem und gerade deswegen: Schön war es bei euch, und gerne werden wir wiederkehren, an den Strand der Ostsee. Bis zum Herbst also. Tschüß und machts gut! Danke für alles!

 

Aber da fehlt doch noch was. Wie ging es mit uns weiter, nachdem wir um halb Eins den Strand verließen? Nun, gemeinsam mit Regina, Jürgen, Dirk und Günther machte ich mich auf nach Dahme, um im KumLuk unser geliebtes Schnitzel zu essen. Was das da leer ist! Sowohl auf der Promenade, als auch im Lokal - kaum Leute. Und das bei herrlichstem Wetter. Schon seltsam... Das war früher anders ...

Wie auch immer, die Schnitzel schmeckten hervorragend, die Gesellschaft war großartig und so hatten wir noch einige schöne Stunden in Dahme, bevor wir uns in Richtung Heimat begaben.

Ein wunderbares Wochenende ging zu Ende, daß definitiv wiederholt wird!

 

Danke nochmal an alle Beteiligten und ganz besonders an Roman!

Und ja: Natürlich auch Glückwunsch zum neuen Drachen!

 

 

Einige schöne Bilder versuchen nun, daß Wochenende nochmal zurückzuholen.

Die Bilder sind von Günther und mir, sowie dem Gastknipser Roman.

Und nun: Viel Spaß!