Drachenfest auf Römö 2019

Tja, Drachenfest auf Römö, was soll man dazu denn noch groß erzählen?

Für uns ist es ja eher ein Wochenurlaub, das in seiner Mitte das Drachenfest einbindet.

Und in so einer Woche bekommt man irgendwie auch immer alles an Wetter geboten, was es so gibt.Und so war es auch diesmal.

Ich verbringe diesen Urlaub ja immer mit den gleichen Freunden. Gemeinsam mit Gudrun, Dieter, Günther, und Kai-Uwe, bezog ich, als letzter eintreffend, unser Ferienhaus. Diesmal sogar direkt. Ich muß schon weit zurückdenken, um mich an einen Römö-Urlaub zu erinnern, an dem es nicht direkt von zu Hause an den Strand ging.Aber der Himmel wollte sich am Mittwoch noch ein wenig ausregnen. Na, soll er doch, der Urlaub ist ja noch lang ...

Also zum Haus, alle begrüßen, einräumen, etwas essen, etwas trinken, etwas plaudern – Urlaub.

Am Donnerstag ging es gegen Mittag an den Strand. Wir hatten einen Sonne/Wolken-mix, mit durchziehenden Schauern und viiiiiel Wind. Ja ich würde schätzen, daß wir immer zwischen 5 und 7 Windstärken hatten, wobei am späteren Nachmittag die 7 öfter mal kurzzeitig überboten wurde.

Ich packte den Drachen aus, der den Wind schon im Namen hat – die Sturmbox. Aufgebaut im Windschatten von Günthers Transporter, flog er bald herrlich leuchtend am Himmel. Sein Zug, obwohl Einpunktwaage, reichte locker um meinen Airrunner zu liften. Sehr schön. Und während im Laufe der Zeit immer mehr Freunde und Bekannte bei uns andockten, baute auch Kai-Uwe seine Sturmbox auf. Leider entglitt sie ihm beim einsetzen des letzten Stabes. Sie nahm, am Boden rollend, Fahrt auf und verschwand schnellstmöglich hinter den Dünen. Als Kai-Uwe von der Rettuns- und Bergungsmission zurückkam, stellte sich leider ein zweifacher Stabbruch heraus.

Aber aufgeben gilt nicht. Und so packte Kai-Uwe seinen größten Lifter aus, der mit satten 0,75m2, am Himmel rumflitzte. Kurze Nachjustierung an der Waage und schon stand der Zwerg bei dem Sturm ruhig am Ende der Leine.

Ich lüftete dann den kleinen Mauli vom Dräsdner, und mit entsprechend großer Sandladung im Schleppsack, flog er ruhig, und prall und rund am Himmel.Etwas piekiert war ich dann doch, als unsere Nachbarn, die Holzschuhträger, meinen Maulwurf als Pinguin titulierten. Nein meine Lieben – nicht lustig!

Mit Andrea, Peter und Chris fanden sich noch Drei, die den Boden und den Himmel schmückten, und so war es ein sehr schöner Nachmittag am Strand.

Freitag, als erster offizieller Festtag, fiel buchstäblich ins Wasser. Das Beste, was sich dem Tag sagen läßt, ist, das in der kurzen Zeit, welche wir am Strand verbrachten, Burkhard auftauchte, und mit zum Ferienhaus kam. So entwickelte sich ein lockerer, lustiger Tag im Haus. Ich schrieb noch den Bericht für das Drachenfest Henstedt-Ulzburg fertig. So wurde es ein schöner und erfolgreicher Urlaubstag.

Der Samstag kam mit herrlichem Drachenwetter daher.

Leider war ich an diesem Tag mit Abendessen machen an der Reihe. Es sollte tote Oma geben, da war noch einiges vorzubereiten. Und so kam ich erst am frühen Nachmittag an den Strand. Es war voll. Sehr voll. Deshalb ließ ich meine Drachen erstmal wo sie sind, und unternahm einen Fotospaziergang. Es gab viel zu sehen, hier und da wurde angehalten und geklönt – die Zeit verging. Derweil holten sich Chris und Marco, völlig berechtigt, ihre Pokale ab. Glückwunsch.

Als ich von meinem Ausflug zurückkam, hörte ich ein fürchterliches Bersten. Was war das? Ich sah mich um, und eine Horde mir bekannte Drachenflieger standen betreten um einen klitzekleinen Heifisch-Roloplan herum. Bei dem 7,3m breitem Gesellen hat beim Starten irgendwas nachgegeben. Die Jungs fummelten ne Weile dran rum, und dann sollte wieder gestartet werden. Beim Aufrichten klappten die oberen Segel einfach nach hinten um. Wieder kaputt. Hält sowas Chris auf? Natürlich nicht. Er holte sich Panzertape und sagte „der wird heute noch fliegen“ .

Ok. Na klar Chris. Gaaaanz sicher. Bestimmt. Viel Glück.

Ca 10min später erhob sich der Gigant in die Luft, und schaukelte aufreizend langsam da rum.

Chris war am dauergrinsen.

Inzwischen leerte sich der Himmel hinter uns etwas, und so ließ ich meinen Eddy in die Luft. Er schaukelte ganz schön, deshalb kam ein kleiner Schleppsack hinten dran, und dann stand er ruhig am Himmel. Geil. Auch ich grinste nun ...

Worauf kann man sich jetzt noch freuen? Der Roloplan muß ja auch wieder runter, das wird bestimmt aufregend. Aber nööö, das ging problemlos. Alles blieb heile. Wie langweilig ...

Nach dem Strand gabs die tote Oma. Ein Gericht, daß schon in meiner Jugend die Menschen gespalten hat. Den einen schmeckts, den anderen nicht. Ich fands total lecker. Und von meinen Mitbewohnern, verweigerte, nach immerhin kurzer Kostprobe, nur einer. Also – gut gelaufen.

Der Sonntag war wieder ein herrlicher Drachentag. Klar, zum Anfang war etwas wenig Wind. Klar, für viele Freunde ist das der Abreisetag. Klar, es ist schon der letzte Festtag. Aber, es war schön. Nach etlichen gescheiterten Startversuchen kam der Eddy dann an die Lifterleine. Auch mein Squer Beam kam noch zum fliegen. Für mich ein toller Tag. Und am Abend gabs dann Dieters Grünkohl. Ein perfekter Tagesabschluss, obwohl ich mich nicht mehr bewegen konnte.

Montag sollte es eigentlich gar nicht so toll werden, aber es war ein feiner Tag, mit Heike, Olli und Kai-Uwe. Mit Olli kam es zu einem wundervollen Havli fliegen. Ständig flogen wir umeinander rum. Mal drüber, mal drunter – einfach herrlich.

Dann überredete ich meinen Eddy mit einigen Hilfsmitteln zum Soloflug. Ich weiß, ich rede dieses Jahr oft über meinen Eddy, aber ich bin da schon ziemlich stolz drauf, was wir da im Frühjahr auf unserem Workshop gebaut haben. Ja richtig gelesen: uns und wir. Denn auch Kai-Uwe ließ sich überreden, seinen Eddy auszupacken. Einige Flugversuche und etwas Waagetuning später, zeigte auch der sich als super Soloflieger. Auf Grund seines Schwanzes könnte er sogar noch etwas mehr Wind vertragen, aber mit geöffnetem Frontreißverschluss flog er wirklich gut.

Und während wir uns an der Mitteldüne vergnügten, waren Gudrun, Dieter, und Günther dichter ans Wasser gewechselt. Dort flog Dieter seine beiden Oktopusse, und auch seine nigelnagelneue Fledermaus, welche hier auf der Insel fertiggestellt wurde, kam zu ihrem Jungfernflug. Und sie flog richtig gut, was mich dazu brachte meine weiße Fledermaus in die Luft zu schicken. Günther hatte seinen Eddy am Lifterdrachen auch in der Luft. Ich mag die Clowsapplikation auf seinem Drachen ja sehr. Sieht einfach toll aus. Wenn er doch nur bald seine Waage richtig einstellen würde. Der Eddy würde als Soloflieger noch viel mehr wirken. A propros Wirkung: Der Sonnenuntergang begann und bescherte uns herrliche Stimmungsbilder. Dieses Rot am Himmel, diese Wolkenformation, die zu dem Gewitter auf dem Festland gehörte, die untergehende Sonne über dem Wasser – was für ein Abend. Großartig!

Der Dienstag war kein schöner Tag. Kai-Uwe und ich blieben im Haus. Ich bearbeitet die Bilder vom Drachenfest Henstedt-Ulzburg. Ist so ein Regentag doch wenigstens für etwas gut. Gudrun, Günther und Dieter verbrachten den Tag damit, den Jetpiloten bei ihren Ausbildungsflügen zu zu sehen. Da hats angeblich nicht geregnet ...

Abends dann Reste essen, und den Urlaub ausklingen lassen.

Es war vorbei. Eine wunderbare Woche auf der Insel war zu Ende.

 

 

 

 

Es sind etwas mehr Bilder geworden, da ich meine neue Kamera erstmal austesten wollte.

Viel Spaß beim Erinnern!