Rund ums Drachenfest auf Römö 2022

 

Auch in diesem Jahr ging es Ende August wieder nach Dänemark auf die Insel Römö.

Rund um das dort jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindende Drachenfest, mache ich, gemeinsam mit vier Drachenfreunden, eine Woche Strandurlaub.

Nur dieses Mal waren wir nur zu dritt.

Gudrun hatte bereits im Herbst des letzten Jahres mitgeteilt, daß sie keinen Urlaub bekommt.

Leider, schade, aber im nächsten Jahr ist sie wieder dabei.

Sind wir also nur zu Viert.

Aber auf Kai-Uwe warteten wir am Anreisetag vergebens. Sehr seltsam, er liebt Römö eigentlich, und würde nicht freiwillig fernbleiben. Erst am nächsten Tag teilte er uns mit, daß er diverse Arzttermine hat. Ok, wichtig und auch verständlich. Aber Kai-Uwe, das weiß man auch schon vorher...

Also zu Dritt.

Günther und Dieter traf ich bereits bei Anreise am Strand. Bei Helmut und seinen Freunden saßen sie in ihren Stühlen und klönten. Da tat ich doch gleich mit.

 

Besonders merkwürdig war diesmal der Strand selber. Überall gab es tückische Sandverwerfungen, und von ersten Festfahrern wurde berichtet. Wie kann man nur, also wirklich ...

 

Drachentechnisch war schon einiges zu sehen. Helmut hatte schon einiges draußen, wurde aber von Astrid und Wolfgang mühelos überboten. Was da alles zu sehen war, wunderbar. Genau daneben hatten Ivonne und Christopher ausgepackt, und zeigten auch so allerlei. Und das waren nicht die Einzigen. Überall am Strand war es bunt. Wirklich schön, so am Anreisetag begrüßt zu werden, wenn bei uns die Autos noch voll bepackt sind. Bevor es zum Ferienhaus ging, sah ich noch eine, relativ, schlaffe MickeyMouse. Heike und Olli spielten mal wieder an der Waage rum, wie sie sagten, nicht zum ersten Mal... Nun ja, jeder braucht ein Hobby. Ich jedenfalls freute mich, die Beiden wieder zu sehen, da das letzte Mal schon sehr lange her war.

 

Irgendwann gings dann zum Einzug ins Ferienhaus, wobei die Abfahrt vom Strand, dank Langsamfahrern im weichen Sand, noch ziemlich spannend wurde.

Um es vorweg zu nehmen, das änderte sich auch über die Woche nicht.

 

Änderungen gabs allerdings am Ferienhaus. Corona sei Dank.

So mußte man nicht mehr zum Vermieter, den Schlüssel holen. Der befand sich bereits, in einem kleinen Schlüsselkasten, am Haus. Der Zahlencode dafür wurde mir bereits zwei Tage vorher zugesand. Klappte hervorragend.

Im Haus jedoch... War früher beim Einzug die Kaffeemaschine bereits gefüllt, und wartete nur noch auf den Knopfdruck, war diesmal davon keine Spur. Auch die Einzugspapiere, die sonst immer parat und unübersehbar in der Hütte lagen, glänzten durch Abwesenheit. Besonders fehlte mir die Verbrauchsabrechnung, auf der die Zählerstände festgehalten wurden. Den Resttag verbrachte ich damit, sämtliche Möglichkeiten für die Papiere, sich zu verstecken, zu durchsuchen. Nix, sie blieben verschwunden.

Unübersehbar war allerdings, daß das Haus seit unserem letzten Besuch (wir sind Wiederholungsbewohner) eine Verjüngungskur bekommen hat. Draußen wie drinnen war modernisiert worden. Das gefiel. Naja, bis das Sofa im Laufe der Woche so manche schmerzhafte Kante in meinen Rücken bohrte. ( Was die Tische bei meinen Beinen auch des öfteren schafften...)

Das war also unser erster Urlaubstag.

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück, fuhr ich erstmal zum Vermieter, um das Fehlen der Papiere zu klären. Überraschung, die gibts nicht mehr. Alles abgeschafft, wg. Corona...

 

Also, auf zum Strand. Dort standen bereits Karin und Roman, die gerade angereist waren.

Aber irgendwie standen sie so weit von den Dünen weg, das gefiel mir nicht.

Direkt vor uns war nur eine kleine Verwehung zu überwinden, dahinter sah alles wieder fest aus.

Was dann passierte, wurde leider, Gott sei Dank, von keiner Kamera festgehalten.

Ich fuhr als Erster, aber nicht sonderlich weit. Klar schaffte ich die Verwehung, aber dahinter war es dann doch nicht fest. Mein Auto aber schon...

Nicht so schlimm, nach 5 Minuten stand ein Däne mit Quad neben uns, und wollte helfen. Aber auch intensivste Suche brachte in meinem Auto keine Abschleppöse zum Vorschein.

Mir stand also der schwierige Weg bevor.

Mit vielen fleißigen Helfern, und mit Hilfe meiner Fußmatten und geliehener Antirutschmatten, bewegten wir den Wagen Stückchen für Stückchen vorwärts. Dabei mußten wir Tonnen von Sand bewegen. Wir buddelten uns mit Verlusten vorwärts. Helmut verlor einen Fingernagel, und eine Antirutschmatte zerbrach (was der Besitzer aber ziemlich locker aufnahm). Nach gefühlt 2 Stunden war es dann geschafft, ich hatte wieder festen Boden unter den Rädern. Puh, Danke an alle Helfer!

Das sich das am Strand bereits rumgesprochen hatte, merkte ich die ganze Woche. Jeder wußte bereits davon. Tratschkolonie Römö...

 

Es fuhren sich noch so einige fest. Mit Hilfe war da bei keinem ein Problem.

Ein Däne allerdings verweigerte jede Hilfe und rief den ADAC an. Er wartete stundenlang, und als der Abschlepper dann kam, wars in 5 Minuten erledigt. Auch, wenn der PkwFahrer nicht wirklich ne Leuchte war...

 

Den Rest des Tages genoss ich das herrliche Wetter, flog Schleierdrachen und koppelte zwei davon, bei Heike und Olli wurde Vikingerschach gespielt – es war ein guter Tag.

 

In der Nacht googelte ich mal, wo Ford die Abschleppösen versteckt. In jedem Model übrigens woanders. In meinem Tourneo beim Wagenheber. Da hatte ich morgens zwar nachgesehen, und da war definitiv keine, jetzt jedoch war da eine. Wie das wohl kam? Seltsam, aber jetzt weiß ich, wo die Öse ist...

 

So, irgendwie wird das hier zum Tagebuch, das möchte ich aber gar nicht.

Ich fasse dann mal zusammen:

 

Auch die Schweizer waren dieses Mal zu Dritt. Neben Trix und Daniel gabs da jetzt auch noch Kasi. Ein wundervoller italienischer Wasserhund, ein begnadeter Löcherbuddler. Wenn er am Anfang auch ein wenig fremdelte, war er danach ein ausgesprochener Kuschler, der sich gerne Streicheleinheiten abholte. Die Drei verabschiedeten sich bereits am Samstag von uns, da sie Sonntag schon abreisten.

 

Malou und Burkhard gesellten sich auch täglich zu uns. Ich mag die Beiden, es ist, fast, immer lustig mit Ihnen. Ok, Burkhard hat natürlich körperliche Einschränkungen, aber da kann ich drüber hinweg sehen. Räumliches Sehen ist halt nicht jedem gegeben, und so soll er doch weiterhin behaupten, sein Drachen wäre höher, wie meiner gewesen... Sein neuer, uralt, Compound Cody, flog aber tatsächlich fantastisch. Gratuliere dazu.

 

Über die Tage hatten wir auch immer Karin und Roman im Auge. Es war toll zu sehen, wie Karin auspackte und auspackte, und trotzdem alles im Griff hatte. Ich jedenfalls war/bin gehörig beeindruckt. Ich freue mich schon darauf, beide in Boltenhagen zu begrüßen ...

 

Heike und Olli ließen es von nun an ruhig angehen, was die Waageeinstellung der MickeyMouse angeht. Statt dessen flogen Hexe, Bär und Schildkröten. Ach ja, ich liebe den Lifterdrachen, den Dominic ihnen gebaut hat. Da komme ich gleich nochmal ins grübeln. Nen 8'er Lifter mit Pfuschi als Motiv, wäre schon ein Traum ...

Lag es am schwindenden Biervorrat, jedenfalls wurde Olli immer besser im Vikingerschach, und besiegte mich Runde um Runde.

Kann mich gar nicht mehr erinnern, wer hat ihm das beigebracht?

Keinerlei Respekt mehr auf der Welt...

 

Der Himmel war die Tage schön bunt und durchaus gut gefüllt. Aber ich finde, gerade an den Festtagen war das Verhältniss Wohnmobile/Fahrzeuge, zu tatsächlich am Himmel zu sehenden Drachen, irgendwie gestört. Dafür waren es dann doch zu wenig Drachen.

An den Festtagen, gerade am Samstag, waren wieder sehr viele Besucher unterwegs, die sich an Drachen, aber vor allem, am Bodenspielzeug erfreuten. Immer wieder toll zu sehen, wie Dieters Wildschweine, und Günthers Mäuse ankommen, und welche Reaktion es hervor ruft, wenn sie merken, daß die Marienkäfer Gesichter haben.

 

Nach den Festtagen nahm der Wind Tag für Tag zu. Der Sand flog, die winderprobten Drachen mußten ran. Bei mir waren das Sturmbox, Faltstern, Oktopus, und der kleine Mauli. Gerade der Mauli mach mir dabei immer Freude. Der kann mit den Windstärken super gut umgehen. Ein wenig Tuning, mittels Sand im Schleppsack, und schon fliegt er solo. Super Arbeit von Steffen, dem Dräsdner.

 

Dieter und ich hatten uns fest vorgenommen, in dieser Urlaubswoche mindestens einmal in die Nordsee zu gehen. Ein Vorhaben, daß von blauen Quallen verhindert wurde. Da sie uns unbekannt waren, und wir nicht wußten, ob und, wenn ja, was sie mit uns tun würden, ließen wir es lieber bleiben. Klar waren wir mit den Beinen drinne, aber Baden fiel aus. Leider.

 

Was sonst noch? Ach ja, unsere Essenswoche. Sie war so wenig abwechslungsreich, wie nie zuvor.

Sowohl Dieter, als auch ich, hatten Mehrtagsessen vorbereitet. So gabs am Anfang 2 Mal Schmalzbohnen von Dieter, dann, superleckeres, Putengeschnetzeltes von Günther, und, tatsächlich an den nächsten 4 Abenden, Gulasch von mir. Mal mit Tüften, mal mit Nudeln. Wie gesagt, kaum Abwechslung, aber an jedem Abend lecker. Kein Grund zur Klage.

 

Es gibt bestimmt noch viel mehr zu erzählen, und das werde ich, wenn gefragt, auch tun, aber mit schreiben höre ich jetzt hier auf.

 

Auf diesen langen Text, folgt auch eine überlange Bildergalerie. Dafür entschuldige ich mich schon mal. Wer aber etwas Zeit und Geduld mitbringt, wird auch mit schönen Bildern belohnt. Meine ich.